Die SinnSprüche der Woche!
D I E    S I N N S P R Ü C H E    D E R     W O C H E


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Die SinnSprüche der Woche - der beliebte Newsletter zum Lesen und Hören:

Unter www.sinnsprueche.de präsentiere ich alle ein bis zwei Wochen eine kleine, bewußte Sammlung handverlesener "Spruch-Perlen", Geschichten und tiefer Weisheiten. Zehn Minuten Philosophie für einen guten Start in die Woche...

Ich bin Anton Korduan und wünsche Dir nun viel Spaß mit dieser Ausgabe!

 

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Ausgabe #31:
"Von Pausen und Zyklen..."
(Oder: Der letzte SinnSprüche-Newsletter - in dieser Form)
 
~~~ Gedanken ~~~
Das Vorwort zu den SinnSprüchen der Woche
Die heutigen SinnSprüche wurden - wieder einmal - von einem Buch inspiriert. Genauer gesagt von Karl Gampers Werk "So schön kann Wirtschaft sein - der Aufbruch der Kulturell-Kreativen." (ISBN 3899010736)

siehe -> http://www.amazon.de/exec/obidos/ASIN/3899010736/korduanseminare

Im Kapitel "Freie Zeit" schreibt er:

»
Stress entsteht aus meiner Sicht hauptsächlich durch die permanente Unterbrechung von Zyklen und durch das Nicht-Beachten von Rhythmen und Resonanzen.

Wir haben kein in unserer Gesellschaft verankertes Bewusstsein über Zyklen. Jede und jeder unterbricht jede und jeden. Wann immer. Wo immer. Kaum möchten wir uns in einer Arbeit vertiefen, schellt das Telefon oder eine wichtige Mail will dringend und sofort beantwortet werden oder der bedeutende Kunde XY taucht unangemeldet auf oder das Handy weist per SMS auf ein Fax hin...
«


Ja, solche Situationen kennen wir alle. Diese ständigen Unterbrechungen sind uns wohlbekannt, wenn auch vielleicht mittlerweile längst nicht mehr "wohl-bewusst". Außerdem - so könnte man meinen - ist "Spontaneität" ja schließlich auch nicht sooo verkehrt. Stimmt auch. Einerseits.

Andererseits denke ich da an Miriam Meckel's Buch "Das Glück der Unerreichbarkeit" (ISBN 978-3-86774-002-9) - Teilweise hatte ich sie schon im Newsletter #29 zum Thema "Nahrung" zitiert.

siehe -> http://www.amazon.de/exec/obidos/ASIN/386774002X/korduanseminare

Sie schreibt:

»
...Es erscheint viel einfacher, immer spontan auf alles zu reagieren und mit allem umzugehen. Ist es aber nicht.

Es ist vor allem eine Verschwendung von Zeit und geistigen Ressourcen.

Und es hinterlässt das üble Gefühl, auch die Kommunikation habe inzwischen das Fastfood-Zeitalter erreicht.

Wir greifen spontan zu, fühlen uns schnell übersättigt, das Aufgenommene liegt schwer im Magen und hat fast keinen Nährwert.
«





Jetzt wird's spannend - zurück zu Karl Gampers Gedanken,
den er folgendermaßen fortführt:

»
Der Vorschlag lautet: Arbeiten Sie eine Stunde ununterbrochen in Ihrem Rhythmus. Sie werden mehr erledigen als in einer achtstündigen Stresspartie. Führen Sie "heilige Zeiten" in Ihrem Leben ein. Das sind Zeiten, in denen Sie nicht unterbrochen werden. Vor allem nicht von Ihnen selbst.

In denen Sie einen Zyklus

- starten
- durchführen und
- beenden.

Danach sind Sie erholt. Eine tiefe Freude über Ihr eigenes Tun nährt Sie.
«


So - und da war's. Das finde ich eben auch besonders bemerkenswert: Es geht um das bewusste "beenden" eines Zyklus. Er schreibt später:

»
So viele Ziele werden nicht als 'Ziel' erkannt - ich nenne das überlaufende Ziele - weil Bewusstheit für das Ende fehlt. Damit fehlt Anerkennung. Damit fehlt Feiern. Damit fehlt Dankbarkeit. Damit fehlt ein Bewusstsein für einen abgeschlossenen Zyklus. Und so hasten Menschen permanent weiter.
«


Kennst Du dieses Gefühlt auch?

Ich kann es in mir durchaus wieder finden: Da habe ich an einem Tag zig' Dinge erledigt - und am Abend bleibt manchmal trotzdem dieses schale Gefühl des "Auf-der-Stelle-tretens". Die geschaffte Arbeit erscheint lediglich wie der berühmte "Tropfen auf den heißen Stein".

Oder poetisch ausgedrückt:

Im Norden versperrt der Blick
auf den Berg des Ungetanen
die Sicht auf das ruhige Tal des Erreichten.

Im Süden läßt uns die endlose Weite
des Ozeans des Möglichkeiten
die heimische
Bucht der Zufriedenheit
vergessen.

Anton Korduan



Wir sehen die Dinge gern extrem.

Daher verhalten wir uns auch oft extrem - so wie in den Zeilen von Epikur:

Bei den meisten Menschen
ist die Ruhe nichts als Erstarrung
und die Bewegung nichts als Raserei.

Epikur

Mir gefällt der Gedanke von Rhythmen und Zyklen. Und mir fällt auf, dass das Ende eines Zyklus tatsächlich schnell in Vergessenheit gerät und missachtet wird.

Mir gefällt die Idee, auf meine eigenen Rhythmen zu achten, bewusst zu werden für mich selbst. Selbst-Bewusst meine eigenen Zyklen zu leben.

Ich bin auch gerade dabei, dies umzusetzen. Und eines wurde mir dabei sehr schnell deutlich - noch so ein Gedanke übrigens, der mir zusagt, der mir zeigt, wie sehr doch alles mit einander verbunden ist. Denn durch diese Konzentration wird einfach "weniger" erledigt. Dieses Wenige jedoch richtig und gründlich. Qualität statt Quantität.

Insofern ist dies die perfekte Ergänzung zum vorherigen SinnSprüche-Newsletter, worin es ja darum ging, jede noch so kleine Handlung - und damit das ganze das Leben - als Ritual zu verstehen…

Thorwald Dethlefsen beschreibt es trefflich in seinem Buch "Schicksal als Chance" (ISBN 3-442-11723-2):

siehe -> http://www.amazon.de/exec/obidos/ASIN/3442117232/korduanseminare


»
Entwicklung bedarf der Ruhe, wobei Ruhe nicht mit Untätigkeit gleichzusetzen ist. Ruhe entsteht aus der Zuversicht, daß alles, was geschehen soll, zur rechten Zeit geschehen wird. So wie der Bauer die Saat ruhen lassen muß - so muß auch der Mensch das Warten lernen, bis die Zeit reif ist. "Eile mit Weile" lautet die Volksweisheit, die auch auf unserem Gebiet die rechte Mitte zwischen den Extremen aufzeigen kann.
«





Zurück zu den "Zyklen und Pausen". Ein Zyklus unterscheidet sich also von dem nächsten erst dann sichtbar und spürbar, wenn dieser ein Ende und jener einen Anfang hat.

Und was wäre passender, was wäre fördernder, wenn wir diese beiden Schnittpunkte deutlicher trennen.
Durch eine Pause.

Geben wir dem natürlichen Bedarf, dem Verlangen des Körpers und des Geistes nach, auszuruhen.

So vermeiden wir nicht nur, uns selbst zu erschöpfen. Wir sorgen auch dafür, dass die verschiedenen Zyklen eben nicht mehr unkontrolliert ineinander fließen und somit keinerlei Ende erkennbar wird. Durch den deutlichen Zwischenstopp ermöglichen wir wieder das tiefgehende Gefühl von Erfolg, Zufriedenheit und Erfüllung.

Weniger ist mehr.
Auch so ein Satz, den ich sehr gern habe.

Der wundervolle SinnSpruch von Antoine de Saint-Exupéry fügt sich hier absolut harmonisch ein und beschließt diesen Zyklus der SinnSprüche ganz wunderbar:

Bewahre mich vor der Angst,
ich könnte das Leben versäumen.
Gib mir nichts, was ich mir wünsche,
sondern was ich brauche.
Lehre mich die Kunst der kleinen Schritte

Antoine de Saint-Exupéry




Ja... Du hast richtig gehört - dieser Zyklus der SinnSprüche findet hiermit sein Ende. Jedoch keine Bange - die SinnSprüche wird es weiterhin geben. In neuer, veränderter Form. Laß Dich überraschen.

Ich werde mir dafür eine "Auszeit" nehmen. Um kreativ zu sein. Eine Schaffenspause - um zu kreieren - Neues zu erschaffen. Ich freue mich schon sehr auf das Ergebnis, denn die ersten Veränderungen sind ja schon deutlich zu sehen: Die SinnSprüche haben inhaltlich schon seit den letzten Ausgaben einen gehörigen Wandel erfahren.

Diesen Wandel werde ich jetzt bewussten vollenden - innerlich, wie äußerlich. Sei gespannt (ebenso wie ich *grins*), was da wohl geboren wird.

Ich werde Euch natürlich auf dem Laufenden halten.

Zum Schluß noch diese beiden Gedanken, die vielleicht nicht nur für meine nächsten Wochen prägend sein sollen:

Zuerst schließen wir die Augen,
und dann sehen wir weiter.

Graffiti

Fehler entstehen durch Hast -
deshalb tue niemals etwas in Unruhe.

Chinesisches Sprichwort

Das bin ich - Anton Korduan - Foto: April 2006 Eine schöne Zeit also...
und bis bald!
 







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    Es geht eben um's "Geben und Nehmen" - genauer um die Bereitschaft, für eine kostenlose Dienstleistung einen "Dankeschön-Obolus" zu geben - oder wie man auch immer den "Anerkennungs-Betrag" nennen will. So ähnlich wie das Trinkgeld beim Restaurant: Ist man mit der Bedienung und dem Essen zufrieden, dann belohnt man dies gerne.

    Ebenso habe ich mir das für die SinnSprüche gedacht. Keine Angst - die sind weiterhin ein kostenloses Geschenk - von mir für Dich. Es geht ja - wie beim Trinkgeld - um das "freiwillig". Also keine Pflicht. Wer nicht bezahlt ist trotzdem herzlich willkommen. Es gibt dann auch keinerlei Einschränkungen. Und bitte auch kein schlechtes Gewissen.

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